Was ist intensives Singen?

von Frank Schwarzwald (Kommentare: 0)

Intensives Singen ist voraussetzungsloses Singen. Man braucht keine musikalische Vorbildung dafür. Es wird allen Singenden unterstellt, dass sie ihren Körper und ihre Stimmen einsetzen können, um etwas „Klanghaftes“ entstehen zu lassen. Menschen werden ermutigt, es wieder mit dem Singen zu versuchen, vor allem wenn sie meinen, nicht singen zu können. „Schöpfe, atme, schwinge. Lobe Gott und singe“ – ein kurzer Text und dazu eine gute, einfache Melodie, und alle singen mit.

Intensives Singen ist Singendes Gebet. Singen ist die natürlichste Weise, gesammelt und mit all unseren Empfindungen ganz da zu sein. Ganz bei mir und ganz bei Gott. Im Singen entfaltet sich der Fluss des Atems wie von selbst. Indem ein Lied immer wieder gesungen wird, singt es irgendwann in den Menschen von alleine. Es wird zu einem „Mantra“, das den Geist befreit. Kein Ablesen, kein intellektuelles Begreifen und Nachdenken mehr über Text und Melodie, sondern es intuitiv singen lassen. Der Gesang erreicht eine tiefere Ebene, berührt die Seele und wird wahr, tut was er verspricht…

Am Ende eines Offenen Singens haben einige Menschen davon erzählt, warum sie in der Kirche singen: „Wenn ich hier singe, ist das mein Gottesdienst. Ich trete in Resonanz mit etwas, was größer ist als ich und in das ich mich einschwinge – weil ich Teil dieses Größeren bin.“

„Die Lieder bringen Themen zum Klingen, die sonst kaum Raum haben: Dankbarkeit, Versöhnung, Frieden. Selbst wenn ich schwer und traurig herkomme, gehe ich gelöster wieder weg.“

„Ich komme mit einer religiösen Dimension in Berührung, die mir das Herz weitet, mich weich und durchlässig macht. Die Lieder klingen in den nächsten Tagen weiter in mir und machen mich heiter und hell. Darum komme ich immer wieder.“

(Zeitschrift:
„Christ in der Gegenwart“, Irmgard Nauck/Anne Gidion in : „Der Stille Raum geben“, Kreuz, Freiburg 2012)

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